Die Dörenberg Klinik behandelte in Zusammenarbeit mit dem MVZ den 2. stationären Rheumapatienten.
[Mehr...]Rheumatologie
Chronische Polyarthritis
Sie stellt die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke dar. Chronisch steht dabei für eine längere Zeitdauer der Erkrankung, Poly bedeutet eine Vielzahl und Arthritis heißt Gelenkentzündung. Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch nicht geklärt.
Als Auslöser wird das gleichzeitige Zusammentreffen einer erblichen Veranlagung mit äußeren Einflüssen (z.B. Infekt, Stress usw.) diskutiert. Hierdurch kommt es zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems, die zu einem Angriff auf die Gelenkschleimhaut bzw. den Gelenkknorpel und später auch den Knochen führt. Folge ist das Auftreten schmerzhafter Schwellungen, vor allem der Finger- und Zehengelenke, gelegentlich aber auch der großen Gelenke (z.B. Schulter-, Knie- und Sprunggelenk). Häufig wird über eine morgendliche Steifigkeit der Gelenke geklagt.
Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und ist in keinem Fall nur eine Erkrankung der älteren Menschen.
Wichtig ist die möglichst frühzeitige Erkennung der Erkrankung, um rasch eine Therapie zur Vermeidung von Folgeschäden einleiten zu können.
Für die Diagnosestellung wichtig sind neben den Angaben des Patienten und der körperlichen Untersuchung Laborbefunde und im Einzelfall auch bildgebende Verfahren. Bei den Laboruntersuchungen ist darauf hinzuweisen, dass der Nachweis von Rheumafaktoren allein keinen Beweis für eine chronische Polyarthritis darstellt, andererseits eine rheumatoide Arthritis auch ohne Nachweis von Rheumafaktoren vorhanden sein kann.
Kollagenosen
Hierbei handelt es sich um entzündlich-rheumatische Erkrankungen des Bindegewebes bzw. der Blutgefäße.
Diese Erkrankungen sind relativ selten. Neben Gelenkschmerzen und -schwellungen kann es zum Auftreten von Hautveränderungen, Muskelschmerzen sowie einer Beteiligung innerer Organe (z.B. Niere, Lunge, Herz) kommen. Häufigste Vertreter sind der systemische Lupus erythematodes und das Sjögren-Syndrom. Typisch für das Sjögren-Syndrom ist zusätzlich das Auftreten einer ausgeprägten Trockenheit der Augen und des Mundes. Teilweise kommt es zum Auftreten von Allgemeinsymptomen wie Fieber, Müdigkeit, vorzeitige Erschöpfung.
Die Diagnose dieser Erkrankung wird in der Regel durch den Speziaisten (Rheumatologen) gestellt. Wichtig dabei ist der Nachweis bestimmter Antikörper im Blut. Diese Antikörper richten sich gegen körpereigene Zellen und können so nicht nur im Bereich des Bewegungsapparates, sondern auch in verschiedenen Organen zu Entzündungen führen.
Morbus Bechterew
Es handelt sich um eine chron. entzündlich-rheumatische Erkrankung, die vorwiegend die Wirbelsäule und gelegentlich auch die peripheren Gelenke befällt. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Spondylitis ankylosans. Der Begriff Morbus Bechterew ist auf den russischen Arzt Wladimir Bechterew zurückzuführen.
Der Beginn dieser Erkrankung ist in jedem Alter möglich, am häufigsten beginnt die Erkrankung zwischen dem 18. und 25.Lebensjahr. Typisch für das Krankheitsbild sind Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule und den daneben liegenden Kreuzdarmbeingelenken, vor allem in Ruhe, insbesondere nachts und früh morgens, verbunden mit einer Steifigkeit. Im Verlauf der Erkrankung kann ein Übergang auf die übrigen Wirbelsäulen-Abschnitte (Brust- und Halswirbelsäule) auftreten. Teilweise kommt es auch zum Befall mittelgroßer und großer Gelenke (vor allem Hüft-, Knie- und Sprunggelenke) und zu Entzündungen von Sehnenansätzen z.B. im Bereich der Ferse. Gelegentlich können im Verlauf der Erkrankung Entzündungen der Regenbogenhaut des Auges auftreten. Teilweise finden sich im Rahmen der Bechterew’schen Erkrankung chron. entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Chron oder Colitis ulcerosa).
Die Diagnosestellung erfolgt in erster Linie durch die Angaben des Patienten und die körperliche Untersuchung. Hilfreich sind häufig Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen und MRT-Untersuchungen).
Psoriasisarthris
Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung, die im Zusammenhang mit einer Psoriasis (Schuppenflechte) auftritt.
Die Gelenkentzündungen entwickeln sich dabei meist erst Monate bis Jahre nach Auftreten der Hautveränderungen. In seltenen Fällen können sie auch vor den Hautveränderungen auftreten.
Im Gegensatz zur chron. Polyarthritis treten die Gelenkschwellungen meist asymmetrisch auf, wobei große als auch kleine Gelenke, vor allem auch die Finger- und Zehenendgelenke betroffen sein können. Häufiger findet man auch eine Mitbeteiligung der Sehnen (z.B. Achillessehne), gelegentlich auch der Wirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke.
Die Diagnosestellung erfolgt vergleichbar der chron. Polyarthritis.


